Schneegestöber

Ich wollte schon immer so ein richtig winterliches Shooting machen… ein Punkt auf meiner Fotografie-Wunschliste, der sich in Wien gar nicht so leicht umsetzen lässt.

In der Regel schneit es hier einen halben bis ganzen Tag lang intensivst und innerhalb weniger Stunden wandelt sich das weiße Wunder in … nun ja … graues aber-sowas-von-nicht-Wunder.

 

Als mir Uli und Martin also gegen Anfang Dezember erzählen, dass sie mich gerne buchen möchten und auch nichts gegen ein Schneeshooting einzuwenden haben, bin ich sofort restlos überdreht und studiere den Wetterbericht als müsste ich bald meinen Abschluss in Meteorologie ablegen.  

Hierzu sei gesagt, dass die Erkenntnis meiner intensiven Studien so aussieht, dass die Wetterprognose im Grunde immer „vielleicht – vielleicht aber auch nicht“ anzeigt.

 

Fast einen ganzen Monat später, liegt die Prognose also ENDLICH bei „vielleicht schneit es“.

Das muss genügen.

 

Am Tag unseres Shootings wache ich unsagbar früh auf, werfe einen Blick aus dem Fenster und verfalle in der Sekunde in eine Art „Frozen“-Modus. Soll heißen, ich tanze „Let it goooo, Let it goooo, can’t hold it back anymore….“-singend durch die Wohnung, was in meinem geliebten Flausch-Pyjama – erstaunlicher Weise – weit weniger grazil aussieht als in einem hellblauen Glitzerkleid a la Elsa.

 

Schnee! Viel davon! Wien ist weiß!!!

Sofort bombardiere ich Uli und Martin mit Nachrichten, wann wir uns wo treffen; dass ich eine Rodel mitbringe; dass ich mich unsagbar auf unser Shooting freue – ich kann mich „gerade noch so“ zurückhalten, auch ihnen meine „Let it go“-Interpretation vorzutragen… man will ja niemanden verschrecken.

Muss eben der Göttergatte dran glauben.

 

Dass Uli und Martin ein verboten süßes Paar sind, durfte ich ja bereits bei unserer Hochzeitsinspiration im Herbst miterleben.

Diesmal legen sie allerdings noch nach, was mir einen Dauergrinser bis über beide Ohren beschert.

 

Von kuscheln über küssen über „sich gegenseitig auf der Rodel durch die Gegend zerren“ (Jawohl, „zerren“! Das Teil hat schon so lange keinen Schnee mehr gesehen, dass es vor lauter Frust eingerostet ist) bis hin zu Lachkrämpfen und einer ausgewachsenen Schneeballschlacht ist alles dabei.

 

Bei besagter Schneeballschlacht bin auch ich – passiv – beteiligt.

Nichtsahnend kauere ich im Schnee herum um die perfekte Perspektive zu finden.

Durch den Kamerasucher sehe ich, wie Uli und Martin sich zunicken und in meine Richtung laufen.

Weiterhin nichtsahnend und dauergrinsend, fotografiere ich was das Zeug hält, während sie immer näher kommen.

Und näher… und näher… sich im Laufen Schnee greifen… und ich naives Ding beginne langsam – buchstäblich in Zeitlupe – etwas zu ahnen.

 

„Waaaaah!!!!“, schreie ich und versuche noch mich, die Kamera in Händen haltend, gekonnt aus der Schneeball-Schussbahn zu rollen.
Auch das sieht – erstaunlicher Weise – weit weniger grazil aus, als man es aus diversen Filmen kennt...

Faktisch falle ich aus meiner Kauer-Position einfach – ein sanftes „mmmmhhhummmpf“ von mir gebend – um… und bin erst recht komplett schnee-paniert (Beweisfotos siehe hier).

 

Es ist einfach wundervoll! Wäre es nicht so bitterkalt, würde ich am liebsten den ganzen Tag weitermachen.

Und mich – besonders an Martin – für die Schneeballattacke revanchieren.

 

„Du hast keine Chance.“, meint Uli regelrecht betroffen, „Es ist als wäre er unverwundbar... als würden die Schneebälle einen Bogen um ihn machen.“

 

Dramatischer Weise hat sie Recht.

 

 „Pass auf…“ flüstere ich Uli zu, während Martin gerade nicht in der Nähe ist. „Ich sag‘ euch jetzt einfach, ihr sollt euch zwecks romantischem kuscheln auf die Rodel setzen… du schnapp dir dann möglichst unauffällig eine Hand voll Schnee und REIB IHN EIN!!!“

 

Trotzdem - auch mit diesem teuflischen Gemeinschaftsplan in petto - haben wir keine Chance.

Martin identifiziert jeden Versuch in Sekundenschnelle, wirft Uli von der Rodel und rüstet zum Gegenangriff.  

Zwischendurch wird selbstverständlich wieder gekichert, gekuschelt, geküsst…

 

 „Hach, was soll’s`?!“, denke ich mir – immer noch bis über beide Ohren strahlend.

„Let it goooo, let it goooo…“

 

Share on Facebook
Please reload

Hochzeitsfotografie aus Wien. Echte Emotionen, liebevolle und einzigartige Momente, natürliche Farben - eure Erinnerungen. Pia Morpurgo | Photography 

© Pia Morpurgo

  • Grey Facebook Icon
  • Grey Instagram Icon