Alibihalber

Haaaach… WOCHEN musste ich warten um diese wunderbare Geschichte erzählen zu dürfen...

Oliver und Raffaela – nein, Moment: Oli (mit EINEM L – ganz wichtig!) und Raffi – haben sich nach unserem Shooting einfach mal nach Amerika vertschüsst und mich bedauerlicher Weise - angefüllt mit Emotionen und dem dringenden Bedürfnis das Erlebte niederzuschreiben - zurückgelassen.

 

Verzeiht mir also bitte gleich vorweg, wenn das hier ein laaanger Text wird… irgendwo muss ich’s ja „anbringen“.

 

Oli schreibt mir im April eine Email, die mich vor lauter Begeisterung auf meinem Bürosessel herumhopsen lässt (also… im Sitzen… nicht, dass ihr da eine falsche Vorstellung bekommt).

Er möchte seiner geliebten Raffi gerne ein Shooting schenken – eine supersüße Idee aber noch nicht der Grund meines Hops-Anfalls…

 

Einen Antrag will er ihr nämlich auch machen und das im Zuge unseres Shootings!

 

AAAAAAAHHH!!!

 

Da dürfte mir das Universum wohl eine Riesenfreude machen wollen schließlich steht „Verlobung während Fotoshooting“ schon ewig auf meiner Wunschliste.

 

Kurz darauf hängen Oli und ich am Telefon und beginnen mit der Planung.

 

Raffi darf keinesfalls auch nur das Geringste von dem Antrag ahnen – von dem Shooting natürlich schon also schicke ich Oli alibihalber einen Gutschein.

 

Einige Tage später treffe ich ihn persönlich um weiter an unserem Plan zu feilen.

Ein Sakko könnte er anziehen, sonst sieht Raffi ja die Ringschachtel in seiner Hosentasche oder könnte sie zumindest während der Kuscheleinheiten bei unserem Shooting erfühlen.

 

„Bei über 30 Grad ein Sakko zu tragen könnte aber ziiiemlich auffällig sein.“, gebe ich zu bedenken.

 

Wie also tun?

Wo den Ring verstecken?

Soll Oli ihn MIR geben?

Oh Gott – was wenn er mir aus der Tasche fällt?

Wie soll ich ihm die Schachtel denn dann bloß UNAUFFÄLLIG und WÄHREND DES SHOOTINGS (bei dem ich ja in der Regel fotografiere) zustecken?

Und überhaupt brauchen wir Musik  – besonders während des Antrags; zwecks Untermalung und was ist denn ihr gemeinsamer Song und könnten wir das nicht zum Anlass nehmen mit dem Antrag zu „starten“?

Ein Codewort ist vielleicht keine so gute Idee – was wenn Oli und ich vor lauter Aufregung darauf vergessen?

Bei welchen Posen könnte man Oli die Ringschachtel zustecken ohne dass Raffi irgendwas davon bemerkt?

Nach langem Hin und Her kommen wir zu dem Schluss, dass mein Göttergatte mitkommen und den Part des „Ring-Zu-Steckers“ übernehmen muss – alles andere wäre schlichtweg zu auffällig.

 

Oli und ich fixieren einen Termin – zwei Tage vor ihrem Abflug in die USA soll das Ganze stattfinden.

Erst bei ihrer Rückkehr will Oli es offiziell machen.

 

Natürlich müssen wir Raffi irgendwie „einbinden“ und natürlich muss es so wirken, als wäre der Termin rein zufällig auf den besagten Tag gefallen.

 

Also schreibe ich den beiden am selben Abend, dass ich just an diesem Tag Zeit hätte – alternativ biete ich Termine an, die genau in ihre Urlaubszeit fallen – alibihalber.

 

Raffi findet das erstgenannte Datum gut; fliegen sie doch 2 Tage später – Überraschung! – weg und haben daher an den anderen Terminen keine Möglichkeit zu shooten.

 

Ebenso alibihalber schicke ich den beiden einen Fragebogen für Paarshootings – sämtliche erfragte Infos hat mir Oli bereits erzählt. Wie sie sich kennengelernt haben, seit wann sie zusammen sind, ob und wenn ja, welcher Song sie verbindet…

 

Raffi füllt den Fragebogen vorbildlich und nichtsahnend aus.

 

Einen Tag vor unserem Date telefonieren Oli und ich nochmal um wirklich ALLES restlos zu fixieren und bekunden uns gegenseitig unsere unsagbare Nervosität (na gut, Oli ist viiielleicht ein klitzekleines bisschen nervöser als ich); der Ehemann übt an mir das „unauffällige –Ringschachtel-zustecken“  und schlussendlich steht weder dem Shooting noch der Verlobung irgendetwas im Wege – sogar das Wetter verhält sich wie bestellt.

 

Wir halten uns genauestens an unseren Plan.

Zunächst so tun als würden Oli und ich uns noch gar nicht kennen, dann Raffi ablenken damit Oli den Ring an meinen Liebsten übergeben kann, ein paar Posen durchgehen – nicht zu viele, weil Oli nicht weiß, wie lang er’s aushält, eine bestimmte Pose halten und den Göttergatten bitten, an Oli’s Hemd etwas „zu richten“ – tschakkaaa!!!

 

Der Ring samt Schachtel wird an den nervösen „Antragssteller“ übergeben.

 

Zwei Songs haben die beiden, die sie als „ihre“ auserwählt haben. Sobald das 2. Lied zu spielen beginnt – so die Abmachung  – ist der große Augenblick gekommen.

 

Oli geht vor seiner Raffi auf die Knie, ich kämpfe bereits mit den Tränen und schieße parallel Fotos was das Zeug hält.

Schlussendlich kullern mir sogar ein paar Tränchen herunter – ganz unbemerkt, versteht sich…

 

Nach Raffi’s „Ja!“ sind die beiden selbstverständlich zu 100% miteinander beschäftigt.

 

Ein paar Fotos von dem frisch verlobten und schwer verliebten Paar mache ich natürlich auch noch – alibihalber. 

 

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© Pia Morpurgo

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